Gestern fand der TYPO3-Anwendertag 2007 in Bonn statt. In den Räumen der T-Systems Multimedia Solutions GmbH wurden nach einem kleinen Frühstück insgesamt 6 Anwender-Vorträge über den Einsatz von TYPO3 in Unternehmen und Verbänden gehalten:
Suchmaschinenoptimierung mit TYPO3
Im ersten Vortrag von Thomas Hein von der Firma A.S.T. Computertechnick GmbH aus Waltrop wurde die Suchmaschinenoptimierung einer TYPO3-Seite beschrieben. Also der Einsatz einer Extension für statische URLs, individueller Meta-Tags und Titel für jede Seite, die Optimierung der Texte auf bestimmte Schlagworte usw.
Mir persönlich hat ein wenig der konkrete TYPO3-Bezug gefehlt, da eine solche Optimierung eigentlich mit jedem System möglich ist und auch nicht konkret auf die einzelnen Extensions zur Umsetzung eingegangen wurde.
Lastverteilung mit TYPO3
Im zweiten Vortrag von Thomas Richter von der T-Systems Multimedia Solutions GmbH wurde eine Loadbalancing-Lösung für TYPO3 vorgestellt, die auf der Webseite des Bundesligaclubs Schalke 04 zum Einsatz kommt. Die Lösung dient dort der Sicherung der Erreichbarkeit auch bei besonderen Events wie Trainerentlassungen etc.
Spannend war dabei besonders der im Vortrag dargelegte Lernprozess bei der Realisierung der Lösung. Nachdem zunächst eine einfache Lösung mit Webserver und DB-Server gescheitert war, wurden nach und nach weitere Maßnahmen getroffen, um die Ausfallsicherheit und Erreichbarkeit zu erhöhen.
Der Vortrag war einer der am technischsten am Tag und hat mich daher besonders angesprochen, auch wenn ich bisher noch nicht an so großen Projekten beteiligt war.
TYPO3 Informationssystem und verteilte Anwender
Im ersten Vortrag nach der Kaffee-Pause wurde das GRIPS-Projekt der GTÜ GmbH von Alexander Bachor vorgestellt und durch technische Details von Javier Salas von der iVeins GmbH ergänzt.
Das Projekt ist allein durch die Anzahl der TYPO3-Installationen schon bemerkenswert. Insgesamt laufen auf rund 2000 Notebooks, die quer über Deutschland verteilt sind, TYPO3-Installationen, die die Vertragspartnern der GTÜ laufend mit aktuellen Daten zu allen Fahrzeugtypen etc. versorgen. Damit die Aktualität der Daten gewährleistet ist, gibt es einen Update-Mechanismus, der regelmäßig alle Änderungen an einer Masterinstallation an die Slave-Systeme weiterleitet.
Damit ist der Umfang des Projektes nur sehr oberflächlich beschrieben, vielleicht gibt es bald einmal einen umfangreicheren Artikel zu dem Thema. (Das Projekt wird von der iVeins GmbH durchgeführt)
TYPO3 als Komplettlösung für Verbände und Organisationen
Im Anschluss daran folgte ein Vortrag von Jutta Franzen über den Einsatz von TYPO3 in einem gemeinnützigen Verein, dem DCCV, und die besonderen Probleme, die dies mit sich bringt (Überzeugungsarbeit bei den Mitgliedern etc). Besonders spannend an diesem Projekt ist die mehrfache Nutzung von Inhalten durch intelligente Verknüpfungen in der rechten Inhaltsspalte.
Dadurch wird zum einen dem Nutzer echter Mehrwert geboten, da er an die Hand genommen wird, um durch die große Menge an Informationen zu surfen, zum anderen vereinfacht es aber auch die Arbeit der Redakteure, da Inhalte nicht mehrfach im System hinterlegt werden müssen.
eCommerce mit TYPO3
Nach dem Mittagessen ging es mit Vortrag Nummer 5 von Ralf Willke weiter, der sich mit einer engen Verknüpfung von TYPO3 und xtCommerce bei der Realisierung zahlreicher Webpräsenzen der PPV Medien GmbH beschäftigte. Dabei war besonders interessant zu sehen, wie Inhalte aus dem Shop auch auf normalen Inhaltsseiten integriert wurden.
Ein weiteres interessantes Detail war die Realisierung eines Newsletters, der für zahlreiche verschiedene Empfängergruppen andere Inhalte liefern sollte. Dafür wird die Direct_Mail-Extension verwendet und die Inhalte über die tt_news-Extension auf einer Newsletter-Seite gepflegt. So muss nicht für jeden Newsletter eine neue Seite als Vorlage erstellt werden, sondern die Inhalte werden einfach zeitgesteuert im Newsletter ein- und ausgeblendet. Über den konsequenten Einsatz von Kategorien ist es zudem möglich, an einer zentralen Stelle Inhalte für viele verschiedene Newsletter zu pflegen.
Ein sehr interessanter Beitrag, der auch gezeigt hat, dass oftmals viel Überzeugungsarbeit nötig ist, um ein Unternehmen dazu bewegen, im Web aktiv zu werden.
Virtuelle Produkterlebnisse mit Flash und TYPO3
Der letzte Vortrag von Michael Dickel unterschied sich von den Anderen dadurch, dass eigentlich nicht TYPO3 im Fokus stand, sondern eine Webseite, die mit Flash-Anwendungen stark aufgewertet wurde.
Es handelt sich dabei um die Webseite des Kamera-Objektiv-Herstellers TAMRON. Auf der Seite sind mit Hilfe von Flash Tools bereitgestellt, mit denen man die Auswirkung verschiedene Brennweiten etc. auf das Aussehen von Fotos testen kann. Besonders für den Laien eine super Sache, mit der unkompliziert die Technik von Objektiven erklärt wird.
Für den TYPO3-Entwickler interessant ist eigentlich nur, dass einige Inhalte der Flash-Programme über Einstellungen im TYPO3-Backend verändert werden können. So zum Beispiel Texte oder die Position von Elementen. Nachdem Vortrag konnte ich es kaum erwarten, die vorgestellten Tools zu testen und habe dies gestern Abend auch direkt getan.
Fazit: Wirklich empfehlenswert!
Diskussionsrunde
Im Anschluss an die Vorträge fand noch eine kurze Diskussionsrunde statt, bei der unter anderem auf die Frage eingegangen wurde, wie die Erfahrungen mit dem Wechsel des Dienstleisters in einem TYPO3-Projekt sind. Es herrschte die einhellige Meinung, dass ein Wechsel bei guter Dokumentation etc. in Deutschland kein Problem ist, das es eine große Auswahl an Dienstleistern gibt.
Eine weitere Frage bezog sich auf den Planungsaufwand für ein TYPO3-Projekt. Dazu wurde unter anderem gesagt, dass es entscheidend ist, dass der Auftraggeber bereits früh eine genau Vorstellung von dem hat, was er erreichen möchte.
Fazit: Alle Vorträge hatten einen anderen Fokus und waren damit größtenteils sehr interessant, da sie die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten von TYPO3 aufgezeigt haben. Auch in der Diskussionsrunde wurde noch der ein oder anderen interessante Aspekt diskutiert und war damit durchaus lohnenswert.